Die Klimaaktivisten werden zu Recht verurteilt

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Die Klimaaktivisten werden zu Recht verurteilt

Die Klimaaktivisten werden zu Recht verurteilt
und doch sind sie die Sieger
Das Waadtländer Kantonsgericht hat ein Fehlurteil korrigiert, wonach der Klimawandel Hausbesetzungen rechtfertigt. Nichts anderes war erwartet worden. Doch darum geht es in diesem Fall gar nicht, der längst zur nationalen Kampagne geworden ist.
Daniel Gerny
Niemand, der das Strafgesetzbuch je von innen gesehen hat, erwartete vom Waadtländer Kantonsgericht etwas anderes als die Verurteilung der Lausanner Klimaaktivisten. Vor zwei Jahren hatten diese eine Bankfiliale für eine Protestaktion besetzt. Sie waren im Januar vom Bezirksgericht überraschenderweise vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen worden – wegen rechtfertigenden Notstands. Das Waadtländer Kantonsgericht hat dieses Urteil am Donnerstag aufgehoben. Die Korrektur bedeutet freilich keineswegs, dass die Anliegen der Demonstranten unbegründet wären: Die Richter brachten in ihrem Urteil klipp und klar zum Ausdruck, dass der Klimawandel auch in ihrer Wahrnehmung eine ernstzunehmende Bedrohung ist. Zur Debatte stand einzig die Wahl der Mittel zum Protest.

NZZ

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