Kommt der zweite Covid-Impfstoff?

Das Wichtigste im Überblick
• Das BAG meldet 6523 Neuinfektionen bei insgesamt 55‘026 Tests innert 72 Stunden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 11,9 Prozent. 112 Personen starben an Covid-19, 249 mussten hospitalisiert werden.
• In Zürcher Alters- und Pflegeheimen beginnt am Montag die Impfkampagne. Ärztepräsident Josef Widler mahnt die Bürger zur Ruhe, man solle den Ärzten Zeit geben, sich zu organisieren.
• Das Skigebiet Wengen – Kleine Scheidegg – Lauberhorn im Berner Oberland schliesst coronabedingt spätestens am kommenden Dienstag vorübergehend für private Skifahrerinnen und Skifahrer.
• Das Bundesamt für Gesundheit will heute erstmals Zahlen zu den Impfungen gegen das Coronavirus veröffentlichen.
16.35 Uhr: Russland testet «Light-Version» von Impfstoff «Sputnik V»
Russland hat mit Tests einer «Light-Version» seines Corona-Impfstoffs «Sputnik V» begonnen. Das Gesundheitsministerium in Moskau erteilte nach eigenen Angaben vom Montag die Erlaubnis dafür.

Mit den klinischen Studien solle in den nächsten Monaten herausgefunden werden, wie sicher das Mittel sei und wie gut es wirke. 150 Freiwillige beteiligten sich an den Tests.

Nach früheren Angaben soll «Sputnik Light» zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. Normalerweise sind bei einer Impfung mit «Sputnik V» zwei Injektionen nötig, und die Immunität soll sich erst innerhalb von 42 Tagen bilden. In Russland laufen die Impfungen gegen das Coronavirus seit einem Monat. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind demnach schon geimpft worden.

Der Light-Impfstoff sei weltweit für viele Länder interessant, die sich im Kampf gegen das Virus darum bemühten, «so viele Leben wie möglich zu retten», sagte der Chef des staatlichen Direktinvestmentfonds, Kirill Dmitrijew, der Agentur Tass zufolge. Der Fonds finanziert das Vakzin mit und vermarktet es im Ausland.

15.50 Uhr: Mallorca verbietet alle privaten Treffen
Auf der beliebten Ferieninsel Mallorca und den anderen Baleareninseln sind Treffen im privaten Kreis wegen hoher Corona-Zahlen ab Mittwoch ganz verboten.

Das gelte für den öffentlichen Raum und auch für zuhause, sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Pilar Costa, am Montag in Palma. Ab Mittwoch müssten auch alle Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios schliessen. Die Einschränkungen sollen zunächst bis zum 30. Januar gelten.

Bisher durften sich nur sechs Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Ausgenommen von dem Verbot sind nur hilfsbedürftige Menschen, getrennt lebende Paare, Kinder, deren Eltern getrennt leben, und Single-Haushalte. Letztere dürfen Familie oder Freunde besuchen, um nicht zu vereinsamen.

Besonders in der Gastronomie wird der Unmut über die Massnahmen immer lauter. Die Restaurantbetreiber riefen für Dienstag zu einer Demonstration vor dem Sitz der Landesregierung auf. Derzeit dürfen sie nur noch Essen ausser Haus verkaufen. Die Gastronomen beklagen fehlende staatliche Hilfen.

15.40 Uhr: Moderna-Impfstoff wird ausgeliefert – mit Schweizer Beteiligung
Der Vertrieb des Corona-Vakzins des US-Herstellers Moderna in die Länder der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie nach Norwegen und Island ist am Montag gestartet. Die Verteilung sei eine der grössten logistischen Aufgaben, die Moderna bisher habe bewältigen müssen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Ausgeliefert wird der Wirkstoff vom Schweizer Logistiker Kühne+Nagel. Die Impfstoff-Lieferungen würden von dessen europäischem Pharmahub an die zentralen, zur Lieferung bestimmten Orte in den entsprechenden Ländern ausgeliefert. Von dort aus koordinieren die Staaten dann die nationale Verteilung, wie es weiter hiess. Dafür kommt laut früheren Angaben eine Flotte von rund 200 speziellen Pharmatransportfahrzeugen von Kühne+Nagel zum Einsatz, die das Aufrechterhalten der erforderlichen Temperatur von -20°C sicherstellen.

Hergestellt wird das Vakzin durch den Pharmazulieferer Lonza in der Schweiz. Weiter sind auch die spanische Firma Rovi und die Firma Recipharm aus Frankreich an der Herstellung und Abfüllung des Wirkstoffs beteiligt. Der Wirkstoff erhielt von der europäischen Kommission vergangene Woche eine bedingte Marktzulassung.

In der Schweiz ist er noch nicht zugelassen, dürfte die Zulassung von der Arzneimittelbehörde Swissmedic aber laut Medienberichten in den nächsten Tagen erhalten.

6523 Neuinfektionen am Wochenende
In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag 6523 neue Coronavirus-Ansteckungen bei insgesamt 55‘026 Tests innert 72 Stunden gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 11,9 Prozent. Zudem registrierte das BAG in dieser Zeit 112 neue Todesfälle und 249 Spitaleinweisungen.

Insgesamt wurden seit Freitag 55’026 Tests durchgeführt. Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 15,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 520,59 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,00.

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