1. Mai 2021 Schweiz

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1. Mai 2021 Schweiz

Bern

Mehrere Hundert Personen haben sich am Samstag an einer unbewilligten 1.-Mai-Demonstration in Bern beteiligt. Die Polizei hielt sich beim Umzug durch die Innenstadt im Hintergrund, obwohl die Teilnehmerzahl deutlich zu hoch war.

Im Kanton Bern dürfen an Demonstrationen zurzeit maximal 100 Personen teilnehmen. Die Polizei schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, sie beobachte die Lage. Die Maskentragpflicht werde offensichtlich eingehalten.

Weit weniger Menschen hatten sich am frühen Nachmittag beim Berner Bahnhof versammelt. Sie begannen Lieder zu singen und zu tanzen. Offenkundig handelte es sich um Gegner der Corona-Massnahmen; viele trugen keine Masken. Die Polizei wies deshalb nach eigenen Angaben mehrere Personen weg.

Umzug im strömenden Regen

Die Teilnehmer der unbewilligten 1.-Mai-Demonstration marschierten kurz nach 14 Uhr im strömenden Regen vom Zytglogge los. Beim Umzug durch die Stadt wurden sie von mehreren Polizeiwagen begleitet. Auf dem Bundesplatz und in Bahnhofsnähe machten sie kurze Zwischenstopps, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Basel 

In Basel haben sich am Samstag weit über Tausend Menschen zur polizeilich bewilligten 1.-Mai-Kundgebung versammelt. Der von vielen unterschiedlichen Gruppierungen zusammengesetzte Demonstrationszug blieb mit Ausnahme eines kurzen Scharmützels mit der Polizei und einer internen Auseinandersetzung gegen Schluss friedlich.

Der Demonstrationszug wurde von einer vielfältigen Mischung verschiedener Gruppierungen, vom Revolutionären Block über Kurdenvereinigungen bis zu Sans-Papiers, dominiert. Die traditionellen Gewerkschaften, die sich mit einem auffälligen Abstand am Ende des Zugs eingereiht hatten, waren in der Minderheit.

Gemeinsam zogen die Teilnehmenden vom Messeplatz durch die Innenstadt zum Barfüsserplatz, wo die Schlusskundgebung der Gewerkschaften stattfand. Rednerinnen und Redner machten sich vor gegen 200 Personen vor allem für die kantonale Mindestlohninitiative stark, die in Basel-Stadt am 13. Juni zur Abstimmung kommen wird. Gefordert wird ein Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde.

Der grössere Teil des Demonstrationszugs zog ohne Zwischenhalt weiter zum Universitätsspital und nach einem kurzen Solidaritätshalt weiter ins St. Johann-Quartier. Die Kundgebung verlief bis kurz vor Schluss friedlich.

Zürich

In der Stadt Zürich ist die Polizei am Samstag gegen eine unbewilligte Kundgebung vorgegangen. Sie kesselte am frühen Nachmittag in der Innenstadt mehrere Demonstranten ein. Dutzende Beamte standen in Schutzausrüstung und mit mehreren Fahrzeugen und Gitterwagen im Einsatz. Über der Stadt kreiste zeitweise ein Helikopter.

Die Polizei teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass sie einen Umzug nicht toleriere. Laut einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA befanden sich in der Nähe des Helvetiaplatzes mehrere Hundert Demonstranten und Schaulustige. Scharmützel bleiben zunächst aus. Immer wieder waren Sprechchöre zu hören.

St.Gallen

An der 1. Mai-Kundgebung in St. Gallen haben am Samstag mehrere Hundert Menschen teilgenommen – weit weniger als in früheren Jahren vor der Corona-Pandemie üblich. Bei Nieselregen bewegten sich die Teilnehmenden durch die Innenstadt, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

In der Innenstadt wurden mehrere Reden gehalten. Die Stimmung blieb friedlich, und die Leute trugen Hygienemasken. Die Polizei war mit einem kleinen Aufgebot sichtbar vor Ort. (sda)

 Genf

Am traditionellen 1.-Mai-Umzug in der Genfer Innenstadt haben am Samstag bei Regen rund Tausend Menschen teilgenommen. Die Gewerkschaften und Verbände legten an der diesjährigen Kundgebung den Schwerpunkt auf soziale, feministische und klimatische Gerechtigkeit.

Nach Monaten der Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie und der Einschränkung des Demonstrationsrechts freute sich das Organisationskomitee, wieder auf die Strasse gehen zu können. Es wollte wiederum Forderungen der Arbeitnehmenden in der Öffentlichkeit bekannt machen.

Neben den Gewerkschaften und linken Parteien marschierten bei dem Umzug auch Mitglieder des Zukunftsstreiks und des Frauenstreiks mit. Sie kündigten Demonstrationen für den 21. Mai zugunsten des Klimas und am 14. Juni für die Rechte von Frauen an. (sda)

 

 

 

 

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